Jörg Korinth
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(Zu Bild 1): Ja, das war mein erster Capri, ein 81er Werksturbo mit neuem AT-Motor von Ford, gekauft 1984 für 25.800,-DM. Den Kredit zahlte ich annähernd über 10 Jahre ab, da immer wieder diverse Umbauten (wie z.B.Bild 2)getätigt wurden und diese von der Bank finanziert werden mussten. Ich war damals noch Fiesta Fahrer und verband mit dem Fahrzeug Capri nur ein weiteres Modell von Ford. Erst als im Nachbardorf ein etwa gleichaltriger Typ auch einen Capri besaß brach die Krankheit aus und griff schnell um sich. Man unternahm gemeinsame Ausfahrten, meistens Rallyes jenseits von Gut und Böse, und innerhalb 2 Jahren schlossen sich immer mehr "Wahnsinnige" an. Bruderherz Marcel natürlich auch. Ein wunderschöner silberner Capri II 2.0S, der jedoch mit kompletter 4-Mann-Besatzung via doppelter Schraube und einfachem Salto erst bergauf an einen Baum und dann bergab wieder auf die Straße, ein jähes und schnelles Ende fand. Irgendwann nach über 10 Jahren war ich mit dem Werksturbo an einem Punkt angelangt, wo Umbauten langweilig wurden, das Sonnendach nicht mehr richtig dicht machte und diverses Blechkleid unter den Verbreiterungen nicht mehr vorhanden war. Auf einmal regierte überall der Rost und ich beschloss den Wagen auszuschlachten, stellte ihn aber erst mal in meiner Halle ab und ließ ihn gammeln. |
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In der Zwischenzeit hatte ich aber schon meine jetzige Frau überreden
können von Ihrem sauer ersparten Geld eine sinnvolle Anschaffung
zu machen. Einen Capri II 2.0 Ghia (Bild 3) in weiß mit braunem
Vinyldach, aus erster Hand und direkt aus Köln. Einer der schönsten
Capris die ich (wir) je basaß. Leider nagte hier unentdeckt der
Rost unter diesen idiotischen Dämmmatten im Motorraum und als ich
versuchte die Matten zu entfernen, blieb auch gleich der Rest vom Blech
mit dran hängen. Mit "Do-it-yourself" hatte ich zu der
Zeit nix am Hut und deshalb wurde auch dieser schöne Wagen ausgeschlachtet
und entsorgt. Gleichzeitig hörte ich von einem Ier 2.6GT, in ocker/schwarz
mit Schiebedach für 3.500,-DM( leider kein Bild ). Komplett umgebaut
auf RS bis auf den Motor. Der wurde natürlich sofort gekauft. Bevor
wir aber diesen Wagen auch nur einmal fahren konnten, trat etwas ein,
was ich keinem wünsche. Wir waren damals auch schon selbständig,
so wie heute immer noch, jedoch war unser damaliger Auftraggeber genau
zu dem Zeitpunkt als wir uns 2 neue Transporter angeschafft hatten, zahlungsunfähig.
Zu allem Übel nahm man mir wegen Nötigung auch noch 3 Monate
den Führerschein. |
![]() Bild 3 |
| Das Geld wurde immer knapper, gelegentliche Fahrjobs waren Mangelware und die Zahlungsmoral der Kunden unter aller Würde. So kam was kommen musste. Um überhaupt was zu futtern zu haben wurde alles verkauft, was nicht niet und nagelfest war. Der 2.6er und eine Halle voller Teile von Schlacht-Capris wurde zum Spottpreis von 3000,-DM hergegeben. Es musste ja auch die Miete bezahlt werden !! Der Vollstreckungsbeamte war damals ein fast täglicher Gast. Irgendwann nach 3-jähriger Durststrecke ohne Capri ging es wieder etwas aufwärts und mein ehemaliger Vermieter, dem wir immer noch einige Monate Miete schuldig waren, überließ mir meinen Werksturbo, da er den Platz brauchte. Es war ein toller Tag für mich, endlich wieder Capri fahren zu können, das war wie Weihnachten. Ich fuhr den Turbo noch 1 Jahr , dann las ich in der Capri-Post die Anzeige eines "Renn-Capri"(Bild 4), Umbau von 2.0 auf 3.0, Motor getunt, direktverzahntes Getriebe und Eichberg-Hinterachse. Das war eine Waffe. Der Vorbesitzer fuhr damit ausschließlich Beschleunigungsrennen und hatte den Wagen dementsprechend hergerichtet. Ich musste nur noch alles eintragen lassen und los ging´s. Der Wagen hat mächtig Spaß gemacht. Leider kam auch hier nach 2 Jahren etwas Rost an den Radläufen hervor und schon wurde er ausgeschlachtet. Heute würde man über solche "Kleinigkeiten" von Rost nur lachen. |
![]() Bild 4 |
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Zu dieser Zeit verkaufte mein anderer Bruder Ralf seinen Capri II verbreitert(Bild 5). Den nahm ich und zerpflückte ihn komplett. Er wurde in schönem Gelb lackiert, der noch existierende Werksturbo-Motor verbaut und alles beim TÜV eingetragen.(Bild 6) Nach 3 Monaten entstanden erste Risse im Lack, weitere Monate später platzten ganze Lackplatten ab. Der Lackierer meinte, dass die ehemalige Farbe sich nicht mit der jetzigen verträgt. In dieser Zeit gab auch der Turbo seinen Geist auf, wurde entfernt und ich zockelte mit niederverdichteten 135 PS durch die Lande. Jeder 2.0 hätte mich mit Sicherheit stehen lassen. Der Wagen war dann noch meine "Hochzeitskutsche" und steht jetzt ziemlich angefressen ohne Innereien in meiner Halle und wartet auf seine Wiedergeburt. In diesen vielen Jahren hatte ich mich immer mehr zum Capri II hingezogen gefühlt. Es war dieses unscheinbare Gesicht und die Seltenheit dieses Typs der mich dazu brachte, mich wieder auf die Suche nach solch einem zu machen.
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Fündig geworden bin ich in der Nähe von Westerholt, wo ein 2.0 GL(Bild 7 beim Quartermile-Rennen 2001 in Oberösterreich) mit giftgrüner Innenausstattung, komplett restauriert, aber noch ohne Lack zum Verkauf stand. Für 2.000,-DM ging der Wagen nach Südbayern direkt in die Lackiererei, danach kam ein AT-Motor mit 2800ccm, ein 5-Gang vom 2.3er, die Hinterachse vom 2.0er rein und so startet dieser Capri mit Spaßfaktor 10 hoffentlich noch lange zu vielen Treffen, auch wenn zwischenzeitlich durch einen idiotischen Zeitgenossen ein kleines Problemchen auftrat. Dieses ist jedoch spätestens in einer Woche behoben. Dann läuft er entweder als 3.0 mit TÜV oder wieder als stinknormaler 2.0 GL. Kommt drauf an, wie schnell Ford mit dem Gutachten ist. Desweiteren stehen in meiner Halle noch ein IIer 3.0 Spezial, ein 84er 2.8i und die für mich höchste Zündstufe....der MAKO (Bild 8), dessen Geschichte ihr ja schon kennt. Und zur Zeit interessiert mich ein 79er 3.0S, und ein umgebauter Renn-Capri II , aber ohne TÜV....., mal sehn, Platz hätte ich ja noch, aber momentan is etwas"Ebbe" im Geldbeutel. Doch da findet sich bestimmt auch eine Lösung.
![]() Bild 7 |
![]() Bild 8 |