Dietmar



Never ending story ...

Ford Capri - das war für mich lange Zeit ein Synonym, wie für andere Autofahrer der Begriff Porsche: ein sportliches Coupé mit allem, was das Herz begehrt.

Wenn ich mich richtig entsinne, so sah ich den ersten Capri im Alter von 7 oder 8 Jahren beim Händler stehen bzw wie er gerade an einen Kunden ausgeliefert wurde - keine Ahnung, was das damals für einer war, jedoch erinnere ich mich noch genau an die grüne Metalliclackierung und das es - nach meinem heutigen Verständnis - schon aufgrund der Zeit (wir schrieben gerade 1979) kein 2.8i sein konnte ...

Welche Gedanken mir damals durch den Kopf gingen, ist wohl für alle Zeiten in meinem biologischen Speicher abgelegt und unerreichbar, jedoch muß es einer der Initialgedanken gewesen sein, auch so ein Fahrzeug zu kaufen. Jahre später, der Ford Capri war schon eher selten geworden auf den Straßen (ich würde so auf 1985/86 tippen), kam dann das Schlüsselerlebnis, als ich drei silberne 2.0V6 an einer Verkehrsampel stehen sah und mein einziger Gedanke war: „Wow, so einen mußt Du später auch fahren.“

Wer konnte ahnen, daß es diese bulligen Sportwagencoupés wenige Jahre später nicht mehr geben sollte und bis zu meinem 18. Geburtstag war es noch ein Stück hin und somit auch mit dem ersten Job, dem ersten Geld, dem ersten (eigenen) Auto ... 1992 kaufte ich dann im August einen 2.0V6 mit Originalfelgen und schwarz-oranger Innenausstattung für ganze 500.- DEM bei einem nahegelegenen Händler und verpasste nur um einige Tage die Dreingabe eines 2.3S als Teileträger, der Tage vorher verschrottet worden war. Ein Auffahrunfall (ausgerechnet am 24.12.) im selben Jahr bescherte mir eine defekte Schürze und Kotflügel und

beim Austausch konnte man leider erkennen, daß der Wagen eher von Schmutz und Lackiergrund zusammengehalten wurde, als von Blech ... es war also Zeit, nach einem neuen zu schauen. Es sollte noch ein weiteres halbes Jahr dauern, bis ich einen 2.3S - einen ehemaligen Vorführwagen - Baujahr 82 auftrieb, der satte 950.- DEM kosten sollte, da einige Wochen zuvor das Auto aufgebrochen worden war und die Audioanlage entwendet, wobei die Beifahrertür eingedrückt wurde (was haben die gemacht ....?). Der 2.3 lief und lief und ich kaufte mir einen 2.8i (Motorschaden), um Innenausstattung und rechten, elektrischen Spiegel etc umzubauen, einerseits um den 2.3 aufzuwerten, andererseits weil es mir besser gefiel und die Sitze noch gut in Schuss waren.

Gute 2 Jahre später kam dann ein neuer Job, und ich benötigte dringend ein Fahrzeug, was weniger Benzin verbrauchte, um zur Arbeit zu gelangen (weiterer Anfahrtsweg) und somit verkaufte ich den 2.3, mit dem Gedanken, daß ich mir bei allernächster Gelegenheit eine Unterstellmöglichkeit organisieren würde und dann einen neuen Capri. Das diese „allernächste Gelegenheit“ allerdings mehr als 6 ½ Jahre auf sich warten ließe, hatte ich nicht geahnt und so begannen dann die langen, schmerzhaften Monate des Entwöhnens, bis die konkrete Suche nach Capris dann gänzlich nachließ und ich mich damit begnügte, hin und wieder mal „Die Profis“ im Fernsehen zu schauen ...

Anfang des Jahres tauchte dann plötzlich ein Bekannter mit der Nachricht auf, im Nachbarort stände ein 3.0 Special und weckte das längst eingeschlafene Verlangen aufs Neue. Hingefahren und ... Enttäuschung. Der 3.0 Special war im durchschnittlichen Zustand und schon in einem dunklen violett nachlackiert worden - schade. Aber, es hatte gefunkt und ich begann mit dem Durchstöbern der Inserate diverser Kleinanzeiger; ein RS2600 aus der Minichampsserie als Geburtstagsgeschenk meiner Kollegen tat sein Übriges und das Feuer war wieder entfacht.

Dennoch, die Suche sollte lange Zeit anhalten und ich fand - als ich schon fast wieder aufgeben wollte - einen 2.8i, zudem ich mich jedoch nicht sofort entschloss. Einige weitere Fahrzeugbesichtigungen zeigten mir jedoch, daß es scheinbar schwer ist, einen guten Capri - ob 2.0 oder 2.3 oder 2.8i - zu finden und ich schlug zu, froh darüber, daß der Wagen in den Wochen meines Zögerns noch nicht verkauft war.

Anyway - jetzt habe ich wieder einen dieser „Brüller“ und freue mich auf die Fahrten, das lange, ruhige „Cruisen“, während der V6 kraftvoll unter der Haube blubbert ...

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Im November 2001